Kapelle Thanhausen

Kapelle ThanhausenDer Ursprung der Kapelle in Thanhausen lässt sich glücklicherweise genau verfolgen, weil entsprechende Urkunden im Bischöflichen Zentralarchiv vorhanden sind.

Am Anfang steht ein Gesuch vom 17. Juni 1748 von drei Thanhauser Bürgern (Melchior Lungauer, Wirt, Johann Georg Hueber, Schmied, Georg Dunklinger, Schneider) die im Namen der ganzen Dorfgemeinschaft darum bitten, eine Kapelle bauen zu dürfen. Das Gesuch richtet sich “An das Hochwürdigste Consistorium zu Regenspurg”. Im Gesuch legen sie dar, dass sie sich besprochen haben in ihrem christlichen Dorf eine Kapelle zu bauen zu Ehren “Jesu Christi in der Geißelung von der Wiesn”.

Sie wollen die Kapelle mit allem ausstatten was zur Lesung einer heiligen Messe notwendig sei. Sie geben die Versicherung ab, dass die Kapelle weder bei ihnen noch bei ihren Nachfolgern “in Abgang” komme. Das Vorhaben begründen sie damit, dass sie in Ermangelung einer Kapelle keine Andacht “mit Betung des Rosenkranz, der Litanei und anderer Gebete pflegen können”, weil das Gotteshaus weit entfernt ist (Regenstauf) und auch die Kapelle der Herrschaft in Hauzenstein nicht benutzt werden kann, “wegen des nicht habend-katholischen Glauben”. Die Herrschaft Hauzenstein unter den Freiherrn von Freidl war nämlich zu dieser Zeit evangelisch. Wenn die Kapelle genehmigt sei, “... Dass gleichsam alle Tage in der Früh, mittags und abends das Ave Maria leit zum Zeichen, dass auf die Capelln kommendes Glöckleins zu höchster Ehr: und Glorie Gottes, dann der allerheiligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria gebetet würde, Wir dann nitminder besagtes Glöckl zur Abwendung eines Hochgewitters und Conservierung (Erhaltung) unserer lieben Getreide-Früchte convenabl (zu verwenden) wäre...” Der Pfarrkirche in Regenstauf, heißt es weiter, würde kein Schaden entstehen, sie würden weiterhin an Sonn- und Feiertagen dem Gottesdienst beiwohnen mit “Anhörung der Predigt, Christenlehr” und dies niemals unterlassen. Schließlich bitten sie, ihrem Eifer zu entsprechen...” somit uns die Erbauung und Einrichtung einer Capelln, Wo zumalen von denen auf hiesiger Landstraße vorbeipassierenden Leuten auch viele Vater unser und Ave Maria gebetet werden, gnädigst doch ohnmaßgebist gestatten...”
Am 5. August 1748 erhält der Pfarrer von Regenstauf den Bescheid, dass die Kapelle gebaut werden darf, es heißt: “Auf Euer gehorsamstes Anlangen und eingeschickten Riß (Bauplan) wollen wir unsere erforderlichen Ordinariats-Consens dahin erteilt haben, daß die Capelln zu Thanhausen nun erbaut und darinnen die Glocken können aufgehängt, jedoch nächtlicher Weis zur Vermeidung anderer unconveniensien (Mißbrauch der Glocken) jederzeit fleißig zugesperrt werden soll”. Am 12. August 1750 kann Pfarrer Einsiedl von Regenstauf melden, dass die Kapelle nun erbaut sei, er frägt an, ob der Bischof die Weihe der Kapelle erlauben wolle und ob er hernach die Messe lesen dürfe. Mit Schreiben vom 17. August 1750 wird die Erlaubnis zur Weihe erteilt: “Wir bewilligen hiermit... daß in der zu Ehren Christi Flaggelati (= Gegeißelter Heiland) erbauten Capelln die heilige Messe /: jedoch nur an Werktagen allein :/ gelesen werden möge, committieren Euch anbei, die Simplicem benedictionem luxta Ritua vorzunehmen...”

1822 wird dann Thanhausen mit Fußenberg nach Irlbach umgepfarrt.
1883 werden in der Pfarrkirche Irlbach gotische geschnitzte Holzaltäre angeschafft.

Deshalb kam der Altar, im “Roccocostyl”, der nun übrig war, in die Kirche von Thanhausen. Eine Veränderung gibt es erst wieder am 1. Dezember 1912, da beschließen die beiden Kirchenverwaltungen von Irlbach und Thanhausen die Auflösung der Kirchenstiftung Thanhausen. Als Grund wird die Einführung der neuen  Kirchengemeindeordnung genannt. Eine eigene Verwaltung koste Geld und Schreibereien, außerdem könne Fußenberg und Thanhausen in der Kirchenstiftung Irlbach vertreten sein.

Am 15. April 1925 sucht Pfarrer Georg Schießl beim Ordinariat um die Erlaubnis nach, die neue Glocke weihen zu dürfen. Die neue Glocke wird 1 Ztr. 6 Pfd. wiegen, hergestellt in der Gießerei Hamm, Regensburg. Die Anschaffungskosten werden durch eine Sammlung bestritten. 1993/94 wird die Kapelle grundlegend renoviert. Es erfolgt eine gründliche Trockenlegung, neue Lampen werden installiert, der Turm wird mit Kupferblech eingekleidet, eine neue Glocke und ein elektrifiziertes Läutwerk werden eingebaut.